Das Fach „Praktische Philosophie“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die nicht am konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen.
Wie auch im Religionsunterricht geht es um die Auseinandersetzung mit Sinn- und Wertefragen , allerdings in einer religions- und weltanschauungsneutralen Form.
Dabei orientiert sich das Fach „Praktische Philosophie“ am gesamtgesellschaftlichen Wertekonsens, wie er in der Verfassung des Landes NRW, im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und in den Menschenrechten verankert ist. Begriffe unserer demokratischen Gesellschaft wie Toleranz, Anerkennung der Menschenwürde, Empathie, Verantwortlichkeit und Solidarität werden im Laufe des Unterrichts erarbeitet und
mit konkreten Handlungsmaximen verbunden.
So können die Schüler/innen dieses Faches ihre eigenen Vorstellungen fortentwickeln und Grundlagen für das eigene Handeln in sozialer Verantwortung finden. Sie sollen sich ebenso kritisch mit individuellen Vorstellungen von Glück, Freiheit und Freundschaft auseinandersetzen.
Die Themen des Unterrichts werden von sieben verschiedenen Fragekreisen abgeleitet, die im Laufe der Schulzeit angesprochen werden.
Der Fragenkreis 1 „Die Frage nach dem Selbst“ befasst sich z. B. mit Themen wie „Freiheit und Unfreiheit“, „Grund-rechte und gesetzliche Einschränkungen“, „Strafverfolgung und Strafzwecke“, „Willensfreiheit“, „Handlungsfreiheit und Entscheidungsfreiheit“.
Zum Fragenkreis 4 „Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft“ gehören etwa die Themenkreise „Recht und Gerechtigkeit“, „Regeln und Gesetze“, „Politische Utopien“.
Weitere Fragenkreise sind die Frage nach...: (2) ...dem Anderen; (3) ...dem guten Handeln; (5) ...Mensch, Natur und Technik; (6) ...Wahrheit, Wirklichkeit und Medien; (7) ...Ursprung, Zukunft und Sinn.
Im Fach „Praktische Philosophie“ geht es nicht um vorgegebene Antworten und Lösungen, sondern um die Förderung selbsttätigen Lernens. Hierdurch sollen die Schülerinnen und Schüler die Kompetenz erwerben, sich in einer wertepluralistischen Welt weitgehend eigenständig immer wieder neu und kritisch zu orientieren.
Die Erziehung zum Wertebewußtsein an unserer Schule wird in der Fachkonferenz "Sinn und Werte", zu der die Kolleginnen und Kollegen der Evangelischen Religionslehre, der Katholischen Religionslehre und der Praktischen Philosopie gehören, in lebendigem und stetigem Austausch koordiniert.
